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Herstellung streichfertiger
Farbe aus Pigment
Im Gegensatz zu Rödfärgspulver ist Pigment ein Rohstoff, der zusammen mit Wasser, Mehl, Vitriol und Leinöl durch Kochen
entsprechend dem nachfolgenden Rezept zu Farbe verarbeitet werden muss.
Eine ökonomisch sinnvolle Herstellung von Farbe setzt einen entsprechend großen Bedarf an Farbe voraus. Ferner sollte auch
ein geeignet großes Gefäß zum Kochen mit geeigneter Wärmequelle vorhanden sein bzw. kostengünstig beschafft werden können.
Zum Rühren eignet sich ein altes Paddel - oder noch besser - eine Handbohrmaschine mit einem entsprechenden Aufsatz
Die eigene Herstellung von Farbe bietet sich vor allem für größere Ein- und Zweifamilienhäuser, Gemeinschaftsprojekte, landwirtschaftliche
Gebäude, Hallen und Hangars an.
Rezept zur Herstellung von
ca. 45 Liter Faluner Rot / Faluner Hellrot
Benötigt werden:
50 Liter Wasser
2 bis 2,5 Kg. Roggen- oder Weizenmehl
2 Kg. Eisenvitriol
8 Kg. Pigment
Ca. 45 Liter Wasser in einem geeigneten Gefäß zum Kochen bringen. Das Eisenvitriol zugeben und sich lösen lassen.
Das Mehl zur Vermeidung von Klumpen in den verbliebenen 5 Litern kaltem Wasser lösen und die Lösung
anschließend in das kochende Wasser einrühren. Unter gründlichem Umrühren etwa eine halbe Stunde kochen lassen.
Dann das Pigment einrühren. Die Farbe abgedeckt unter gelegentlichem Umrühren drei Stunden knapp am Sieden halten.
Nach dem Abkühlen auf unter ca. 40 C ist die Farbe gebrauchsfertig.
Variante: Farbe mit Leinöl verstärkt
zusätzlich wird benötigt:
bis zu 4 Liter Leinölfirnis
2 Kg. Pigment
Geschirrspülmittel
Wer möchte, dass die Farbe bei Berührung weniger leicht abfärbt, kann sie mit Leinölfirnis verstärken.
Allerdings macht Leinöl die Farbe dunkler und kann zur Filmbildung führen, wenn davon zuviel genommen wird. Der Anteil an Leinölfirnis
sollte keinesfalls 10% überschreiten. (Bei hellroter Farbe ein gutes Drittel weniger Leinöl verwenden!) Der Firnis wird kurz vor Beginn der Abkühlphase eingerührt. Geben Sie in kleinen Dosen so lange Geschirrspülmittel
als Emulgator hinzu bis sich der Leinölfirnis in der Farbe vollständig löst. (In Abhängigkeit der Qualität des Spülmittels ca 50 ml)
Anmerkungen
- Eisenvitriol ist der konservierende Bestandteil der Farbe. Die Menge an Eisenvitriol hat auch einen Einfluss auf die Helligkeit. Je mehr
Eisenvitriol - desto dunkler die Farbe. Durch das Ersetzen von Eisenvitriol durch Zinkvitriol kann ein etwas helleres Ergebnis erreicht werden.
- Mehl, das auf traditonelle Weise gemahlen wurde, ergibt einen besseren Kleister als industriell
gemahlenes Mehl.
- Wenn die Farbe von guter Qualität ist, bildet sich auf ihr eine Haut. In diesem Zusammenhang kommt der Kochzeit
entscheidende Bedeutung zu. Etwa vier Stunden sind erforderlich, um einen guten Kleister zu erhalten.
Vielfach liest man "Originalrezepte" für Falu Rödfärg, welche eine Kochzeit von insgesamt einer halben Stunde
empfehlen. Das ist im Prinzip zwar möglich - zieht jedoch eine schlechtere Anhaftung der Farbe und eine geringere Haltbarkeit nach sich.
- Neue Anstriche fällen bisweilen als Ränder Vitriol aus. Dies ist normal und gibt sich mit dem nächsten Regen.
An gut geschützten Fassadenteilen kann man auch nach einigen Tagen sanft mit dem Gartenschlauch abhelfen.
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